The Green Line - Nelten & Quack International Logistics - Wir bewegen uns gern für Sie

 

Seit Januar 2015 ist THE GREEN LINE als Ersatzteil-Logistiker für die Landmaschinenfabrik Kemper in Stadtlohn tätig. In der noch jungen Zusammenarbeit war der Logistiker von Anfang an stark gefordert. Bis in den November hinein wurde nun die Maisernte eingebracht. In dieser Zeit sind die Landwirte dringend darauf angewiesen, dass Ersatzteile schnell eintreffen. Die Erfahrungen aus den ersten Ernte zeigen: Was die Logistik-Spezialisten am grünen Tisch geplant haben, funktioniert bestens in der Praxis.


Heutige Erntemaschinen sind hochtechnisierte, mit vielfältigen elektronischen Steuerungssystemen und Sensoren gespickte Gerätschaften. Aber nicht nur auf die Elektronik kommt es an, sondern auch auf die Mechanik. Im Ernteeinsatz wirken hohe Belastungen auf Sägen und Räumer, Reibkupplungen und Verschleißkufen, Stängelheber, Spiralförderer, Abstreifer und viele andere Teile. Die Maschinen des Weltmarktführers für reihenunabhängige Mähvorsätze genießen in der Branche einen ausgezeichneten Ruf. Und dennoch, wenn nach einer längeren Einsatzdauer eine wichtige Komponente den Dienst versagt, steht die ganze Maschine. Zeitpläne geraten durcheinander, unter Umständen kann die Ernte verderben. Daher kommt der Ersatzteillogistik in der Landmaschinentechnik eine hohe Bedeutung zu.

„Wir Logistiker wetteifern gern, welches Teilgebiet das schwierigste ist“, erklärt Axel Wienandts, geschäftsführender Gesellschafter bei THE GREEN LINE. „Die Automobillogistiker argumentieren damit, dass sie große Mengen Güter just-in-time ans Band bringen müssen. Die Chemielogistiker berufen sich auf strenge Gefahrstoffvorschriften. Mode- und Textillogistiker berichten vom Zeitdruck. Aber die Ersatzteillogistik in der Agrartechnik ist mit die anspruchsvollste Aufgabe, die sich uns bislang gestellt hat.“ Daher hat sich das Gronauer Logistik-Unternehmen erst nach einer akribischen Vorbereitung an das Projekt herangewagt – und 32 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Mehr Platz für die Fertigung
Dass die Maschinenfabrik Kemper die früher selbst betriebene Ersatzteillogistik an einen spezialisierten Logistikdienstleister zu vergab, hat mehrere Gründe. Der vordergründig wichtigste: Das weltweit aktive Traditionsunternehmen aus dem Münsterland wächst und benötigte daher in Stadtlohn mehr Platz für die Fertigung. „Auch wollte sich unser Kunden auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, also auf die Entwicklung und Herstellung von Landmaschinen“, erklärt Axel Wienandts. „Außerdem verkürzen sich die Lieferzeiten – und wir haben den Auftrag, die Kosten zu optimieren.“

Die ersten konzeptionellen Vorarbeiten, bei denen eine auf das Logistikgeschäft spezialisierte Unternehmensberatung mitwirkte, begannen bei Kemper bereits im Januar 2014. Im Mai 2014 war die Auswahl der Logistiker abgeschlossen, das Rennen um den Auftrag machte THE GREEN LINE. Dabei spielte die räumliche Nähe eine Rolle. Aber auch Faktoren wie die computergesteuerte Bestandsverwaltung oder die Erfahrung des Dienstleisters mit Verzollungen sprachen für den Logistiker aus Gronau.


Dann begannen die Planungen für den Umzug. Dabei wurden 600.000 Einzelteile, verteilt auf über 6.000 Artikelgruppen, vom Kemper-Lager in Stadtlohn in das Ochtruper Logistikzentrum von THE GREEN LINE überführt. Dort stehen dem Logistiker zwei Multi-User-Logistikgebäude mit 20.000 Palettenstellplätzen zur Verfügung. Für den Umzug nutzten die Geschäftspartner die ruhigere Zeit nach der Erntesaison 2014. Anfang 2015 war das Logistikzentrum bereit. Alle Artikel waren in der Lagerverwaltung erfasst. Auch hatte THE GREEN LINE bis dahin Kommissionierungs- und Verpackungsstationen eingerichtet.

Eigener Tischlereibetrieb für Versandverpackung
Viele der Ersatzteile landen für den weltweiten Versand nicht auf einer Palette, sondern werden zum Schutz vor Beschädigungen in spezielle Versandboxen aus Holz verpackt. „Wir haben für den Kunden einen eigenen Tischlereibetrieb aufgebaut“, berichtet Michael Schweisfurth, Chef des Logistikbereichs in Ochtrup, mit einigem Stolz. „Der Betrieb ist sogar ISPM-zertifiziert.“ Das bedeutet: Das eingesetzte Holz wird durch Wärme vorbehandelt wird, um darin verborgene Schadinsekten zu töten. Damit wird vermieden, dass sich diese Insekten in anderen Ländern, wo natürliche Fressfeinde fehlen, ausbreiten können. Daher gibt es für Transportverpackungen strenge Vorschriften.

Testlauf: Ernte auf der Südhalbkugel
Im Ersatzteilgeschäft gibt es einige saisonale Spitzen. Die erste hatten die Logistiker von THE GREEN LINE im Frühjahr 2015 zu bewältigen. Denn während auf der Nordhalbkugel der Mais ab August eingefahren wird, beginnt die Ernte auf der südlich des Äquators im März. Dabei konnten die Logistiker von THE GREEN LINE ihre Erfahrungen beim Express-Versand per Luftfracht ausspielen. Im Frühsommer 2015 hatten die Logistiker dann erstmals mit größeren Bestellungen aus Europa und Nordamerika zu tun. Die landwirtschaftlichen Betriebe nutzen die Zeit vor dem Ernteeinsatz zur Wartung der Maschinen. Ende August begann mit der Ernte die heiße Phase für die Logistik. Um die Kunden bestens zu bedienen, hat die Maschinenfabrik Kemper eine Hotline eingerichtet und nimmt darüber die Eilbestellungen der Kunden an. Diese fließen als Datensatz an den Logistiker, der die Teile dem Lager entnimmt, verpackt und auf dem schnellsten Weg verlädt. Das Logistikzentrum ist während der Hochsaison täglich, auch an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von sechs Uhr früh bis zehn Uhr abends besetzt.

Pro Tag verlassen im Mittel 5.000 Teile das Logistikzentrum. In Deutschland und im angrenzenden Ausland erreichen Teile den Empfänger bei ganz regulärem Versand über Nacht. Dazu hat THE GREEN LINE internationale Kurier-, Express- und Paketdienste unter Vertrag genommen. Außerdem ist THE GREEN LINE Mitglied im Stückgutnetzwerk 24plus logistics network, in dem größere Sendungen bis etwa zwei Tonnen transportiert werden können. Für Kunden in der näheren Umgebung des Logistikstandorts richtete der Logistiker eine Selbstabholer-Station ein. Hier können die Landwirte 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche ihre Ersatzteile entnehmen. Und auch für die Fälle, in denen eine Erntemaschine plötzlich auf dem halb abgeernteten Maisfeld stehenbleibt, hat der Logistiker eine Lösung. Dann setzen sich Overnight-Expressdienste oder eigene Expressfahrzeuge in Bewegung.

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  • ausgedruckt am 11.12.2017