
Barrierefreies Internet: Die Brücke ins Leben
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Bereits 55 Prozent der Deutschen sind online. Das klingt viel. Unter den Deutschen mit Behinderungen sind es allerdings schon 80 Prozent. Logisch, wenn man bedenkt, welche Vorteile das Internet für Behinderte bietet.
Wer sein Zuhause alleine nicht mehr verlassen kann, kann über das Internet einkaufen, sich informieren, via Mail den Kontakt zu Freunden halten oder am Berufsleben teilhaben. Auch für Blinde ist das Netz unersetzlich: Bücher oder Zeitschriften in Blindenschrift (Braille-Schrift) sind selten und oft unerschwinglich. Aber der Rechner kann mit einer Software ausgestattet werden, die den Inhalt des Bildschirms vorlesen kann (’Screenreader’) – elektronische Post und Internetseiten inklusive.

Anforderungen an barrierefreies Internet-Design
Als ,Barriere' bezeichnet man im Alltag zum Beispiel die Bürgersteigkante, die der Rollstuhlfahrer nicht überqueren kann. Für einen blinden Internetsurfer ist beispielsweise das Bildsymbol, das als Hyperlink dient, eine solche Bürgersteigkante: der Hyperlink wird von seiner Vorlese-Software nicht wahrgenommen, weil dieses Bildsymbol keine Textinformation enthält.
So müssen moderne Internetseiten zahlreiche Kriterien erfüllen, um auch wirklich ,barrierefrei' zugänglich für Behinderte zu sein. Verkürzt genannt wären dies:
- Wichtigen Bildinformationen werden alternative Text-Informationen für Nicht-Sehende an die Seite gestellt;
- Die Navigation muss einfach zu bedienen und in der Wortwahl selbsterklärend sein;
- Inhalte und Gestaltung sind durch eine neue Art der Programmierung (CSS + XHTML) klar voneinander getrennt;
- Die Zugänglichkeit der Inhalte ist auch ohne Stylesheets, ohne JavaScript, in reinen Textbrowsern oder mittels Screenreadern gewährleistet;
- Es werden keine Frames eingesetzt, da diese zu Verwirrungen bei textbasierten Browsern führen;
- Die Schriftgrösse ist veränderbar;
- Das Angebot ist komplett über die Tastatur navigierbar.
Eine Technik mit zahlreichen Vorteilen
Generell hat die neue Technik zahlreiche Vorteile – nicht nur für Behinderte:
So sind die Seiten schneller ladbar. Das verkürzt die Wartezeiten und senkt Kosten für Speicherplatz und Datenübertragung.
Durch die logisch strukturierten Textinformationen wird die Indexierung durch Suchmaschinen erleichtert: Barrierefreie Seiten werden also auch besser gefunden im Netz.
Die Gestaltung der Internetseite kann vom Besucher auch ganz ausgeschaltet werden. Der Besucher bekommt dann lediglich die logische Struktur der Seite zu sehen. Auf diese Art und Weise wird die Internetseite auch für mobile Kleinstcomputer (PDAs) und für Handys zugänglich – ein ganz wesentlicher Aspekt für die Zukunftssicherheit bei der Investition in elektronische Medien.
Wir räumen Barrieren aus dem Weg
Die Gründe, weshalb sich THE GREEN LINE bei der Neugestaltung des Internetauftritts für Barrierefreiheit entschieden hat, sind also zahlreich. Seit Herbst 2006 sind wir dabei: Ein datenbankgestütztes Redaktionssystem erzeugt barrierefreies HTML.
Gesetzliche Grundlagen
„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Ganz im Sinne des Artikel 3 des Grundgesetzes hat das Bundes-innenministerium die "Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung - BITV" herausgegeben.
Sämtliche Internetseiten der Bundesbehörden mussten bis Ende 2005 barrierefrei programmiert sein.
Die Bundesländer entscheiden individuell, inwieweit es dieser Vorlage auf Bundesebene folgen.

